Argentinien

Wirtschaft

 

Argentinien ist trotz des zuletzt stärkeren Wirtschaftswachstums in Ländern wie Kolumbien oder Peru nach wie vor die wichtigste Volkswirtschaft des spanischsprachigen Südamerikas und liegt innerhalb Lateinamerikas nach Brasilien und Mexiko auf dem dritten Rang.

Die Landwirtschaft mit der angegliederten Ernährungsindustrie spielt eine herausragende Rolle, zugleich verfügt Argentinien über einen relativ hohen Industrialisierungsgrad, die stark exportorientierte Automobilindustrie spielt eine tragende Rolle.

Nachdem sich die argentinische Industrie nach der Wirtschaftskrise 2002 und der damit verbundenen Pesoabwertung zunächst gut positionieren konnte, hat sie im regionalen und internationalem Vergleich mittlerweile aufgrund stark gestiegener Lohnstückkosten bei bis 2013 nur geringer Abwertung der Landeswährung und ohne nennenswerte Produktivitätssteigerung deutlich an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Die Regierung reagiert darauf mit weiter zunehmendem Protektionismus und bekennt sich ausdrücklich zum Ziel, Industriegüterimporte soweit wie möglich durch nationale Produkte zu substituieren.

In der Firmenstruktur überwiegen kleinere und mittlere Unternehmen. Großkonzerne sind- mit wenigen Ausnahmen – Filialen ausländischer Firmen, mehrheitlich aus Brasilien, USA oder Europa.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2013 betrug ca. 534,7 Mrd. USD (2012: betrug 475,4 Mrd. USD) und das Pro-Kopf-Einkommen ca. 12.912 USD (2012: 11.595 USD). Rund 25% der Bevölkerung ist als arm einzustufen, wenngleich offizielle Angaben diesen Anteil auf unter 5% beziffern.

Das Wirtschaftswachstum Argentiniens hat sich seit 2012 stark verlangsamt. 2013 brachte zwar bessere Ergebnisse als das Vorjahr, im letzten Quartal schwächte sich die Konjunktur allerdings deutlich ab. Nach ersten Hochrechnungen der Regierung wuchs das Bruttoinlandsprodukt 2013 um 4,9%. Private Analysten gehen jedoch wie auch in Vorjahren (wg. zweifelhafter Inflationsbemessungen von 2007 bis Ende 2013) von ca. 2 Prozentpunkten weniger aus.

Der konjunkturelle Abwärtstrend setzte sich auch Anfang 2014 weiter fort.  Nach der Abwertung der Landeswährung um 23% im Januar 2014 revidierten lokale und internationale Experten sowie Unternehmen ihre Erwartungen für 2014 nach unten und gehen nun von einem Nullwachstum oder sogar eher von einer leichten Rezession von ca. -1,5% aus.

(Quelle: Auswärtiges Amt/Wirtschaft)

 

2010

2011

2012

2013*

2014*

Bruttoinlandprodukt (BIP, nom., Mrd. US$)

 

 

475,2

484,6

497,2

BIP je Einwohner (US$)

 

 

11.583*

11.679

11.849

Inflation (in %)

 

 

10,0

10,5

11,4

Arbeitslosigkeit (in %)

7,7

7,2

7,2

 

Währung: Argentinischer Peso (ARG$)

1 ARG$ = 100 Centavos

Kurse (Ankauf) 1 EUR = ? ARG$

Kurse (Ankauf) 1 US$ = ? ARG$

 

 

5,190

3,913

 

 

5,749

4,131

 

 

5,853

4,552

 

 

 

 

Warenexporte in Mrd. US$

68,2

84,0

80,9

 

Warenimporte in Mrd. US$

56,8

73,9

68,5

 

Zuflüsse ausländischer Direktinvestitionen
in Mio. US$ (Bestand 2010: 88.458)

 

 7.848,3

 

9.881,6

 

12.551

 

Deutsche Einfuhr (in Mrd. EUR)

1,8

2,3

1,9

 

Deutsche Ausfuhr (in Mrd. EUR)

2,4

2,7

2,7

 

* Prognose bzw. Schätzung

(Quelle: gtai/Wirtschaftsdaten Kompakt November 2013)

 

Rechnet man zur Land- und Forstwirtschaft, einschließlich Viehzucht, noch die Nahrungsmittelindustrie (unter verarbeitendem Gewerbe subsummiert) hinzu, so ist dieser Zweig mit ca. 20 % nach Dienstleistungen und Handel der zweitwichtigste. Der argentinische Bankensektor ist weitgehend vom internationalen Finanzmarkt abgekoppelt und hat nur geringfügig unter der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise gelitten. Argentinien verfügt über wichtige Ressourcen an Rohstoffen, nicht nur im Agrarbereich sondern auch an Mineralien und Metallen. So profiliert sich der Bergbau als eine der wichtigen Zukunftsbranchen.

(Quelle: Auswärtiges Amt/Wirtschaft)

Die Ausfuhren verteilen sich wie folgt:

Die Hauptexportpartner sind:

Die deutschen Einfuhrgüter (% der Gesamteinfuhr) setzten sich im Jahr 2012 wie folgt zusammen: Nahrungsmittel 36,1; Rohstoffe 34,1; Kfz und -Teile 13,2; NE-Metalle 5,3; chemische Erzeugn. 4,4.

.

Einstufung in Länderratings

 

Land
Position 1

Rang Deutschlands

Rang Argentiniens

Global Competitiveness Index 2013-2014

 

Schweiz

4

104

Corruption Perceptions Index 2013

 

Neuseeland

12

106

Index of Economic Freedom 2014

 

Hongkong

18

166

Foreign Direct Investment Confidence Index 2013

United States

 

7

23

Doing Business 2013

Singapur

21

126