China

Wirtschaft

 

2013 lag das Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft bei 7,7 %  und damit im internationalen Vergleich weiterhin sehr hoch, auch wenn nicht mehr die zweistelligen Wachstumszahlen vergangener Jahre erreicht werden konnten. Der langfristige Wachstumstrend wird sich aufgrund der demographischen Entwicklung allerdings abschwächen. Chinas Ein-Kind-Politik führt auch dazu, dass weniger Menschen auf den Arbeitsmarkt drängen werden. Es wird geschätzt, dass das Wachstumspotenzial der chinesischen Volkswirtschaft mittel- und langfristig daher um 0,5 Prozentpunkte pro Jahr niedriger ausfallen wird. Das chinesische Wirtschaftsmodell ist nach wie vor stark investitionsgetrieben. Staatliche Investitionen bilden einen wesentlichen Wachstumsmotor. Auch 2013 trugen Investitionen mehr zum Wachstum bei als der heimische Konsum. Die chinesische Regierung will den Umbau der Wirtschaft vorantreiben durch strukturelle Reformen. Eine stärkere Marktorientierung und ein schrittweiser Rückzug staatlicher Stellen von der bisherigen Mikrosteuerung in Wirtschaftsfragen sind Leitgedanken der anstehenden Reformen.

(Quelle: Auswärtiges Amt/Aktuelle Wirtschaftslage)

Der Beitritt des Landes zur Welthandelsorganisation (WTO) 2001 stellte nicht nur eine umfassende Verpflichtungserklärung Chinas und der WTO-Mitglieder zur Wiedereingliederung des Landes in das Weltwirtschaftssystem dar, sondern war auch für die chinesische Öffentlichkeit ein klares Zeichen der Öffnung ihres Landes und seiner Eingliederung in die arbeitsteilige globale Weltwirtschaft.

Nach wie vor haben sich allerdings nicht alle internationalen Erwartungen erfüllt, da eine Vielzahl von Wirtschaftsbereichen weiterhin unter starker staatlicher Kontrolle stehen und teilweise deutliche Marktzugangsprobleme aufweisen. So ist China bspw. noch nicht dem WTO-Abkommen über das öffentliche Beschaffungswesen (Government Procurement Agreement) beigetreten.

Ende 2013 fiel der Startschuss für Verhandlungen über ein Investitionsabkommen zwischen EU und China, das neben Regelungen für einen ehrgeizigen Investitionsschutz auch wichtige Marktzugangsbestimmungen enthalten soll.

Ein fortwährendes Problem stellt die sehr ungleiche Verteilung der Einkommen dar: Nur minimal hat sich der Gini-Koeffizient (Maß für die Einkommensungleichverteilung) 2013 gegenüber 2012 verringert, von 0,474 auf 0,473. Somit liegt China nach wie vor deutlich über der Grenze, die nach Definition der VN eine extreme Ungleichheit anzeigt (0,4). Nur in etwa 10 Prozent aller Staaten ist die Diskrepanz bei der Einkommensverteilung noch höher. Eine Teilerklärung bieten die großen Unterschiede in der Lebenshaltung und den Einkommen zwischen Stadt und Land sowie zwischen einzelnen Regionen.

Das immer eklatantere Wohlstandsgefälle stellt die innere Balance der Gesellschaft zunehmend infrage. Die politische Führung sieht sich mit einem zunehmenden Erwartungsdruck einerseits der wachsenden Mittelschichten (ca. 300 Millionen Menschen), andererseits der ärmsten Teile der Bevölkerung konfrontiert. Als Reaktion hat die Regierung im Februar 2013 Eckpunkte zur Reform der Einkommensverteilung veröffentlicht, die die Notwendigkeit deutlicher Einkommenssteigerungen bei der ländlichen Bevölkerung und den Wanderarbeitern betonen.

Die Arbeitslosigkeit in den Städten betrug 2013 4,1%. Die reale Arbeitslosigkeit wird auf 7 – 10% geschätzt.

Mit dem 2011 in Kraft getretenen Sozialversicherungsgesetz verfügt China erstmals über eine einheitliche, landesweit verbindliche Rahmengesetzgebung für die wesentlichen Zweige der Sozialversicherung. Das Gesetz umfasst die Renten-, Arbeitslosen-, Arbeitsunfall-, Kranken- und Mutterschutzversicherung sowie den Aufbau der ländlichen Basisaltersversorgung. Auf dieser Grundlage hat der Staatsrat Anfang des Jahres entschieden, die Alterssicherung für die Stadt- und Landbevölkerung zusammenzulegen und ein flächendeckendes Netz der Basisalterssicherung aufzubauen.

(Quelle: Auswärtiges Amt/Wirtschaft)

2010

2011

2012

2013*

2014*

Bruttoinlandprodukt (BIP, nom., Mrd. US$)

 

 

8.221

8.939,3

 9.761,2

BIP je Einwohner (Euro)

 

 

6.071,5

6.569,3

 7.137,9

Inflation (in %)

3,6

 

2,6

2,7

2,9

Arbeitslosigkeit (in %)

 

 

4,1

4,1

4,1

Währung: Renminbi Yuan (RMB)

1 RMB = 10 Jiao = 100 Fen

Kurse (Ankauf) 1 EUR = ? RMB

Kurse (Ankauf) 1 US$ = ? RMB

 

 

8,969

6,769

 

 

8,994

6,459

 

 

8,142

6,313

 

 

 

 

 

 

Warenexporte in Mrd. US$

1.577,8

1.4898,4

2.048,8

 

 

Warenimporte in Mrd. US$

1396,0

1.743,4

1.818,2

 

 

Zuflüsse ausländischer Direktinvestitionen
in Mrd. US$

105,7

116,0

111,7

 

 

Deutsche Einfuhr (in Mrd. EUR)

77,3

79,5

77,3

 

 

Deutsche Ausfuhr (in Mrd. EUR)

53,8

64,9

66,6

 

* Prognose bzw. Schätzung

(Quelle: gtai/Wirtschaftsdaten Kompakt November 2013)

 

Der chinesische Außenhandel hat sich in den letzten 12 Jahren mehr als verzehnfacht.

Die Exporte stiegen 2013 um 7,9 % an, die Importe um 7,3 %. Damit wuchs der Handelsbilanzüberschuss auf rund 260 Mrd. USD bzw. 2,5 % des Bruttoinlandsprodukts. China ist Exportweltmeister vor den USA und Deutschland. Zum Vergleich: 2012 wuchs der chinesische Außenhandel noch mit 6,2 Prozent. Größter Absatzmarkt für chinesische Güter sind auch 2013 die USA. Dorthin lieferte China fast 17 % seiner Waren. Die EU ist der zweitwichtigste Markt. Dorthin gingen gut 15 % der chinesischen Produkte. Da China aus den USA lediglich Waren im Wert von gut 150 Mrd. USD bezog (7,8 % der chinesischen Importe), ergibt sich ein hieraus ein hohes Defizit für die USA im bilateralen Handel mit China. Für die EU stellt sich die Situation etwas günstiger dar. Immerhin 11, 3 % der chinesischen Importe kommen aus diesem Wirtschaftsraum. Damit ist die EU  der größte Handelspartner Chinas.

Es zeichnet sich ab, dass China mehr und mehr auf den Handel mit ASEAN-Staaten setzt – auch und vor allem, um die hohe Abhängigkeit zu den USA abzumildern. Die Exporte in ASEAN-Staaten liegen 2013 bei 11 %; dem stehen Importe von 10,7 % gegenüber.

CHN hat mit 16 Handelspartnern Freihandelsabkommen geschlossen und steht mit weiteren 12 Partnern in Verhandlungen. Außerdem wird ein trilaterales Abkommen mit KOR und JPN angestrebt. Die Ankündigung von Verhandlungen zwischen EU und USA zu einem Freihandelsabkommen und die TPP-Pläne wurden von Peking zunächst mit kritischer Aufmerksamkeit zur Kenntnis genommen worden. Inzwischen bekundet China Interesse an TPP-Verhandlungen und hat jüngst mitgeteilt, an den Verhandlungen zum TiSA (Trade in Services Agreement) teilnehmen zu wollen.

(Quelle: Auswärtiges Amt/Wirtschaft)

 

Die Ausfuhren verteilen sich wie folgt:

Die Hauptexportpartner sind:

Die deutschen Einfuhrgüter (% der Gesamteinfuhr) setzten sich im Jahr 2012 wie folgt zusammen: Elektronik 33,3; Textilien/Bekleidung 12,6; Elektrotechnik 9,7; Maschinen 5,8; Chem. Erzg. 4,1; Sonstige 34,5

 

Einstufung in Länderratings

 

Land
Position 1

Rang Deutschlands

Rang Chinas

Global Competitiveness Index 2013-2014

 

Schweiz

4

29

Corruption Perceptions Index 2013

 

Neuseeland

12

80

Index of Economic Freedom 2014

 

Hongkong

18

137

Foreign Direct Investment Confidence Index 2013

United States

7

 

2

Doing Business 2013

Singapur

21

2