Mexiko

Wirtschaft

 

Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1.180 Mrd. USD 2012 (Daten für 2013 liegen noch nicht vor) verzeichnete Mexiko die zweitgrößte Wirtschaftsleistung Lateinamerikas (zweitgrößte Bevölkerung, drittgrößtes Territorium der Region, verantwortlich für ca. 1,6 Prozent des Welt-BIP). Das Pro-Kopf-Einkommen betrug ca. 10.300 USD. Nach einem eher schwachen Wachstum von nur 1,2% im Jahr 2013 wird für 2014 aufgrund stärkerer Regierungsausgaben, anlaufender Infrastrukturprojekte und einer Erholung der US-Konjunktur mit einem Wachstum in der Größenordnung von 4% gerechnet. Motor des Wirtschaftswachstums bleibt der Export: Vor allem die Kfz-Industrie und deren Zulieferer wollen an die Erfolge aus dem Jahr 2012 anknüpfen Darüber hinaus befinden sich die Bergbauindustrie, der Luft- und Raumfahrtsektor, die Pharma- und Medizintechniksparte, Elektroindustrie sowie der Transportsektor im Aufschwung.

Mit einer vergleichsweise niedrigen Verschuldung des Bundeshaushalts von ca. 35% des BIP und einem geringen Haushaltsdefizit von 0,6% Prozent (2012) steht Mexiko im internationalen Vergleich zudem sehr solide da. Sorgen bereiten lediglich die Haushalte der Bundesstaaten: Deren Verschuldung hat sich seit 2006 um 170% erhöht.

(Quelle: Auswärtiges Amt/Wirtschaft)

Als „upper middle income country“ steht Mexiko an vierzehnter Stelle der größten Volkswirtschaften der Erde. Als Expornation belegt es den 16. Platz der Weltrangliste und ist die Nr. 14 unter den Importländern der Erde. Mexiko ist zudem die Nummer acht  unter den ölexportierenden Staaten der Welt. Die mexikanische Volkswirtschaft erwirtschaftet ihr BIP schwerpunktmäßig in den Bereichen Dienstleistungen, Industrie und Handel.

Mexiko ist ein fortgeschrittenes Schwellenland. Es ist Mitglied der OECD und stellt seit Juni 2006 deren Generalsekretär Angel Gurría - eine Tatsache, die Mexikos Selbstverständnis als Industrienation unterstreicht. Mexiko ist ebenfalls Mitglied der G20, deren Präsidentschaft es 2012 ausgeübt hat. Mexiko ist ein wirtschaftlich liberales Land, das über 12 Freihandelsabkommen mit 45 Staaten der Welt verbunden ist - darunter mit der EU, USA und Japan . Für die mexikanische Volkswirtschaft von zentraler Bedeutung ist das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA), dem das Land seinen Modernisierungsschub zu verdanken hat.

Mexiko strebt eine Annäherung an den Pazifischen Raum an und hat sich hierzu der Transpazifischen Partnerschaft angeschlossen sowie mit Kolumbien, Peru und Chile die sog. Pazifikallianz begründet. Derzeit wird die Aktualisierung des Handelsteils des EU-Mexiko-Globalabkommens vorbereitet, bei der v.a. nicht-tarifäre Handelshemmnisse und Schutz Geistigen Eigentums auf der Agenda stehen werden.

Trotz der Liberalisierung der Wirtschaft gibt es auch heute noch  zahlreiche Oligopole und Monopole, die den Wettbewerb in Mexiko behindern und der Wirtschaft hohe Kosten verursachen. Rechtliche Investitionsbeschränkungen vor allem in der weitgehend staatlich und monopolistisch organisierten Energiewirtschaft (Erdöl- u. Erdgasförderung, Elektrizität) wurden im Dezember 2013 durch Verfassungsänderungen aufgehoben. Derzeit sind die Durchführungsgesetze für die Öffnung des mexikanischen Energiesektors in der parlamentarischen Debatte. Sie müssen bis Ende April 2014 beschlossen sein. Mexikos Wirtschaft wird von großen Unternehmen dominiert, insbesondere durch die beiden staatlichen Monopolisten: den staatlichen Erdölgiganten Petróleos Mexicanos (Pemex) und die CFE (Comisión Federal de Electricidad - größter Stromproduzent Lateinamerikas). Namen wie Telmex (Telekommunikation), Cemex (auch in Deutschland engagierter Zementhersteller), Banamex (größte Privatbank, zur Citigroup gehörend), Televisa und TV-Azteca (Radio und TV), Femsa und Grupo Modelo (Getränke), Grupo Bimbo und Gruma (Lebensmittel) oder Industrias Peñoles (Bergbau, insbes. Silber) sind über die Grenzen Mexikos hinaus bekannt.

Beschränkungen des Kapitalverkehrs bestehen nicht.

(Quelle: Auswärtiges Amt/ Wirtschaft)

 

2010

2011

2012

2013*

2014*

Bruttoinlandprodukt (BIP, nom., Mrd. US$)

1.177

1.327

1.396

BIP je Einwohner (US$)

10.059

11.225

11.687

Inflation (in %)

4,1

3,6

3,0

Arbeitslosigkeit (in %)

5,3

5,2

5,0

Währung: Peso (mex$)

Kurse (Ankauf) 1 EUR = ? mex$

Kurse (Ankauf) 1 US$ = ? mex$

 

  

16,700

12,647

 

 

17,317

12,462

 

 

16,966

13,153

 

 


Warenexporte in Mrd. US$

298,3

349,6

370,8

 

Warenimporte in Mrd. US$

301,5

350,8

370,7

 

Zuflüsse ausländischer Direktinvestitionen
in Mio. US$ (Bestand 2012: 314.968)

21.372

21.504

12.659

 

Deutsche Einfuhr (in Mrd. EUR)

3,7

4,4

4,3

 

Deutsche Ausfuhr (in Mrd. EUR)

6,9

7,6

8,9

 

* Prognose bzw. Schätzung

(Quelle: gtai/Wirtschaftsdaten Kompakt November 2013)

 

Die Ausfuhren verteilen sich wie folgt:

Die mexikanischen Exporte entfallen vor allem auf Industrieerzeugnisse (insbesondere Fahrzeuge, Fahrzeugteile und Maschinen, elektrische und elektronische Geräte, „weiße Ware“) sowie mineralische Brennstoffe. Dabei ist die Abhängigkeit von den USA weiterhin ungebrochen: Im Rahmen von NAFTA wickelt Mexiko rund 80% seines Exports mit den Vereinigten Staaten ab. Die konjunkturelle Entwicklung der USA bestimmt unverändert stark das mexikanische Wachstum.

(Quelle: Auswärtiges Amt/Wirtschaft)

Die Hauptexportpartner sind:

Bei der Armutsbekämpfung hat es seit den 90er Jahren vorzeigbare Erfolge gegeben. Mexiko ist es annähernd gelungen, den mit unter 1,25 USD am Tag lebenden Bevölkerungsanteil (7,7%) zu halbieren. Die Verteilung des Vermögens hat sich ebenfalls leicht verbessert: Die mexikanische Lebenswirklichkeit bleibt dennoch von einer nach wie vor auffälligen Ungleichverteilung des Vermögens gekennzeichnet. Trotz der erreichten Erfolge rutschen seit 2008 wieder mehr Menschen unter die Armutsgrenze: Laut dem mexikanischen Rat zur Evaluierung der sozialen Entwicklung (Coneval) lebten 53,3 Mio. Mexikaner (2012) - das entspricht 45,5% der Gesamtbevölkerung -  unterhalb der Armutsgrenze, darunter 11,5 Mio. (9,8%) in absoluter Armut. Von Jugendlichen bis 18 Jahre leben 53,8 % in Armut. Betroffen sind insbesondere ländliche Gebiete mit schwacher Infrastruktur.

International nimmt Mexiko bei der Klimaschutzpolitik eine ambitionierte Haltung ein. Es übernimmt hierdurch eine positive Vorreiterrolle unter den Schwellenländern. Insbesondere seit Ausrichtung der sehr erfolgreich verlaufenen VN-Klima-Vertragsstaaten-Konferenz in Cancún 2010 unter mexikanischer Präsidentschaft profiliert sich Mexiko zunehmend als Partner internationaler Klimaschutzpolitik. National hat sich Mexiko im „Programa Especial de Cambio Climático 2009-2012“ (PECC) auf zahlreiche Einzelziele zur Eindämmung der Auswirkungen des Klimawandels selbst verpflichtet. Im Frühjahr 2012 wurde ein umfassendes Klimagesetz verabschiedet.

(Quelle: Auswärtiges Amt/ Außenhandel)

Einstufung in Länderratings

 

Land
Position 1

Rang Deutschlands

Rang Mexikos

Global Competitiveness Index 2013-2014

 

Schweiz

4

55

Corruption Perceptions Index 2013

 

Neuseeland

12

106

Index of Economic Freedom 2014

 

Hongkong

18

55

Foreign Direct Investment Confidence Index 2013

United States

 

7

9

Doing Business 2013

Singapur

21

53