Rumänien

Wirtschaft

 

Die rumänische Wirtschaft entwickelte sich im Gesamtjahr 2013 besser als erwartet. Nach ersten Schätzung des Nationalen Statistikamts wuchs die rumänische Wirtschaft um 3,5% gegenüber dem Vorjahr. Die Wirtschaft erlebte einen Aufschwung im vierten Quartal als sie um 1,7 % gegenüber dem Vorquartal zulegte. Als Wachstumsmotoren gelten für 2013 hauptsächlich die Landwirtschaft sowie der Exportsektor.

Der rumänische Staatshaushalt 2014 beruht auf einer Wachstumsannahme von 2,2%. Die Wachstumsprognosen für das Gesamtjahr 2014 wurden im letzten Jahr leicht gesteigert. Im Juli 2013 hatte der IWF aufgrund der positiven Entwicklung der Exporte und der Landwirtschaft die Wachstumsprognose für dieses Jahr auf 2,2 % angehoben. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) hat ihre Prognose für 2014 auf 2% veranschlagt, während die Nationalbank Rumäniens (BNR) diese auf über 2% angehoben hat.

(Quelle: Auswärtiges Amt/Wirtschaft)

 

Die private Nachfrage erholt sich nur langsam von dem starken Einbruch im Zusammenhang mit der Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Rumänen haben im Vorjahr rund 27 Mrd. Euro für Lebensmittel, Bekleidung, Haushaltsgeräte, Möbel und Treibstoffe ausgegeben, das sind 0,5% mehr als 2012. Die Kreditvergabe an private Haushalte, die seit dem 2. Halbjahr 2011 wieder angestiegen war, fällt seit Mitte 2012 kontinuierlich. Dies ist einerseits eine Folge des fehlenden Konsumentenvertrauens (Beschäftigungs- und Einkommensperspektiven) und andererseits eine Folge des strikteren Risikomanagements der rumänischen Banken. Desweiteren spielt auch die anhaltende Abwanderung eine Rolle. Der größte Rückgang wurde in Fremdwährungskrediten aufgezeichnet. Dies v.a. aufgrund der Entscheidung mehrerer Banken, nur RON Kredite zu vergeben und der Regierungsentscheidung die Eurokreditvergabe für das Eigenheim-Programm „Prima Casa“ („Das Erste Haus“) zu stoppen. Die anhaltend schwierige Lage in einigen Euro-Staaten und die verhaltene Entwicklung der Weltwirtschaft drosseln zudem immer noch in Teilen die ausländische Nachfrage nach rumänischen Produkten. Die Wirtschaftsentwicklung in Rumänien ist in hohem Maße von der Wirtschaftslage in der Eurozone abhängig, aus der mehr als 88% der ausländischen Direktinvestitionen kommen. Insgesamt exportiert Rumänien 69,9% seiner Waren und Dienstleistungen in andere Länder der EU (Stand 10/13).

Das Investitionsklima hatte sich mit Beginn der Wirtschaftskrise deutlich abgekühlt und der Zufluss an ausländischen Direktinvestitionen ist noch nicht auf Vorkrisenniveau zurückgekehrt. Korruption, administrative Schwächen und Probleme bei der Abrufung von EU-Fördermitteln behindern zudem das Wirtschaftswachstum. Die notwendige Privatisierung z.T. defizitären Staatssektors kommt nur langsam voran. Allerdings beliefen sich 2013 die ausländischen Direktinvestitionen in Rumänien auf ca. 2,63 Mrd. Euro, um 26,8% mehr als ein Jahr zuvor. Es ist der Höchstwert der letzten 4 Jahre. Die Darlehen der ausländischen Muttergesellschaften an die rumänischen Tochtergesellschaften oder Zweigstellen beliefen sich auf ca. 930 Mio. Euro, die Kapitalbeteiligungen auf ca. 1,7 Mrd. Euro.

Quelle: Auswärtiges Amt/Wirtschaft

 

2010

2011

2012

2013*

2014*

Bruttoinlandprodukt (BIP, nom., Mrd. Euro)

131,7*

141,6

147,9

BIP je Einwohner (Euro)

5.800,0

6.200,0

6.200,0*

Inflation (in %)

3,4

3,3

2,5

Arbeitslosigkeit (in %)

7,0

7,3

7,1

Währung: Rumänischer Leu, pl. = Lei

1 Leu = 100 Bani

Kurse (Ankauf) 1 EUR = ? Lei

Kurse (Ankauf) 1 US$ = ? Lei

 

 

4,212

3,470

 

 

4,240

3,048

 

 

4,451

3,180

 


Warenexporte in Mrd. Euro

37,4

45,3

45,0

 

Warenimporte in Mrd. Euro

46,9

54,9

54,6

 

Zuflüsse ausländischer Direktinvestitionen
in Mio. US$ (Bestand 2012: 74.171)

2.940,2

2.523,1

2.242,1

 

Deutsche Einfuhr (in Mio. EUR)

6.463,6

8.362,3

8.777,4

 

Deutsche Ausfuhr (in Mio. EUR)

7.292,0

8.800,7

9.194,3

 

* Prognose bzw. Schätzung

(Quelle: gtai/Wirtschaftsdaten Kompakt November 2013)

 

Die Ausfuhren verteilen sich wie folgt:

Der Inflations-Durchschnittswert für 2013 betrug 3,2 %. Die Inflation ist seit Oktober 2013 kontinuierlich gesunken und erreichte am Ende 2013 den Minimalwert von 1,55%. Dieser Wert ist deutlich unter der angestrebten Bandbreite von 2,5% +/- 1 pp. Das lässt sich v.a. auf den schwache Konsum der Bevölkerung zurückführen. Die Nationalbank erwartet für die erste Hälfte des Jahres 2014 weiterhin eine Inflation am unteren Ende des Zielwerts, erhöhte aber Anfang Februar die Prognose für Ende 2014 von 3,0 auf 3,5 % aufgrund der anstehenden Erhöhung der Treibstoffsteuern. Die Inflation ist eines der Maastricht-Kriterien, die Rumänien momentan noch verfehlt. Die vorgegebenen Ziele für Schuldenstand (unter 60%), Haushaltsdefizit (unter 3%), langfristiges Zinsniveau (nicht mehr als 2 pp über dem Durchschnitt der drei preisstabilsten Mitgliedstaaten) und Wechselkursbandbreite (+/- 15%) könnten aktuell hingegen eingehalten werden (siehe auch Wirtschaftsdatenblatt).

Die offiziell registrierte Arbeitslosigkeit liegt gegenwärtig bei 5,65% (Stand 12/13). Dieser Wert ist aber nur bedingt aussagekräftig, da er nur die Arbeitslosen erfasst, die sich beim rumänischen Arbeitsamt melden. Relevanter ist die von der ILO (International Labor Organisation) definierte saisonbereinigte Arbeitslosigkeit, die im dritten Trimester 2013 bei 7.0 % lag (Stand 8/13). Auch hier ist allerdings zu berücksichtigen, dass viele Rumänen durch Arbeit im informellen Sektor und Subsistenz-Landwirtschaft einer Erfassung entgehen.
Rumänien hat mit IWF und EU-Kommission Ende September 2013 ein weiteres Standby-Abkommen in Höhe von je 2 Mrd. Euro abgeschlossen. Die Umsetzung der mit dem zweijährige Abkommen verbundenen Auflagen wird regelmäßig von EU-Kommissions- und IWF-Delegationen überwacht.

(Quelle: Auswärtiges Amt/Wirtschaft)

Die Hauptexportpartner sind:

Die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Rumänien entwickeln sich weiterhin sehr positiv. Deutschland ist Handelspartner Nr. 1 und nimmt den dritten Platz bei den ausländischen Direktinvestitionen mit einem Wert von 6,49 Mrd. Euro (2012) ein. 20.150 Unternehmen mit deutscher Beteiligung am gezeichneten Kapital, das Ende Januar 2013 4,39 Mrd. Euro betrug, sind in Rumänien tätig. Dazu kommt, dass eine Reihe deutscher Unternehmen ihre Investitionen über Tochterunternehmen in anderen Staaten tätigt, die somit in den rumänischen Statistiken nicht als deutsche Investitionen ausgewiesen werden. Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Rumänien betrug im Jahr 2012 17,99 Mrd. Euro (Rumänische Exporte nach Deutschland: 8,8 Mrd. Euro, rumänische Importe aus Deutschland: 9,19 Mrd. Euro) und wird im Jahr 2013 (für das noch keine abschließende Zahlen vorliegen) noch weiter steigen (Stand 10/13: 16,27 Mrd. Euro – 7.73 Mrd. Euro Ausfuhren von Rumänien nach Deutschland und 8.54 Mrd. Euro Einfuhren von Deutschland).

Der Schwerpunkt der deutschen Investitionen liegt in der KfZ-Zulieferbranche, aber auch Energieunternehmen und große Einzelhandelsketten leisten einen wesentlichen Beitrag zum rumänischen BIP.

Die 2002 eröffnete Deutsch-Rumänische Industrie- und Handelskammer in Bukarest fördert die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen und vertritt alle wichtigen Messegesellschaften vor Ort. Die ca. 500 Mitgliedsunternehmen derAHK beschäftigen in Rumänien allein ca. 300.000 Mitarbeiter.

Deutsche Wirtschaftsclubs in Hermannstadt/Sibiu, Kronstadt/Braşov, Temeswar/Timişoara, Arad, Klausenburg/Cluj-Napoca, Sathmar/Satu Mare, Bacău und Neumarkt/Târgu Mureş sind darüber hinaus Foren für deutsche Unternehmen in Rumänien.

Germany Trade and Invest (gtai) unterhält ein Korrespondentenbüro in Rumänien.

(Quelle: Auswärtiges Amt/Wirtschaft)

Einstufung in Länderratings

 

Land
Position 1

Rang Deutschlands

Rang Rumäniens

Global Competitiveness Index 2013-2014

 

Schweiz

4

76

Corruption Perceptions Index 2013

 

Neuseeland

12

69

Index of Economic Freedom 2014

 

Hongkong

18

62

Foreign Direct Investment Confidence Index 2013

United States

 

7

nicht in den TOP 25

Doing Business 2013

Singapur

21

73