Slowakei

Wirtschaft

 

Auch die Slowakei leidet unter den Folgen der internationalen Wirtschaftskrise. Die Regierung hat daher im Januar 2009 eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, um Produktion und Arbeitsplätze aufrechtzuerhalten und die Inlandsnachfrage zu fördern (beispielsweise in Form von Staatsaufträgen– insbesondere im Bereich Verkehrs- und Telekommunikationsinfrastruktur, Übernahme von Sozialabgaben - bzw. eines Teils von ihnen – für die Mitarbeiter in den Unternehmen, Abwrackprämie nach deutschem Vorbild).

Der Außenhandel, der in der Slowakei einen wesentlichen Anteil zum BIP beiträgt, hat 2008 und vor allem 2009 deutlich nachgelassen. Während 2008 der Import und der Export noch eine – zwar geringe - Zunahme gegenüber dem Vorjahr verzeichneten (Import: plus 4,9 Prozent, Export: plus 5,1 Prozent), war 2009 ein deutlicher Rückgang des Außenhandels sichtbar (Gesamtexport: 39,71 Milliarden Euro, minus 19,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, Gesamtimport: 38,5 Milliarden Euro, minus 23, 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Insbesondere kam diese Tendenz in den Handelsbeziehungen mit Deutschland zum Ausdruck. Der Import aus Deutschland sank um 30,3 Prozent (Gesamtvolumen 6,46 Milliarden Euro), der Export nach Deutschland um 18,4 Prozent (Gesamtvolumen 7,98 Milliarden Euro) Die schwache Auslandsnachfrage ist momentan das Hauptproblem der Slowakei, da der kleine heimische Markt die entstandenen Verluste nicht ausgleichen kann.

Nach letzten Angaben des slowakischen Statistikamtes war das Wirtschaftswachstum in 2009 gegenüber dem Vorjahr um 4,7 Prozent niedriger (2008: 6,4 Prozent, 2007: 10,4 Prozent,). Für 2010 sehen die Prognosen der Bankanalysten und des Finanzministeriums eine positive Entwicklung des BIP voraus (2 bis 3Prozent). 

(Quelle: Auswärtiges Amt/Wirtschaft)

Die Regierung Fico ist in ihrem fiskalpolitischen Spielraum sehr beschränkt. Gleich nach ihrem Amtsantritt 2012 verschrieb sie sich einer disziplinierten Fiskalpolitik mit dem Ziel, die Drei-Prozent-Grenze beim gesamtstaatlichen Haushaltsdefizit in 2013 einzuhalten. Hierfür mussten zahlreiche Konsolidierungsmaßnahmen in Milliardenhöhe vorgenommen werden. Das gesamtstaatliche Defizit für 2013 beträgt 3,09 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Weniger erfolgreich ist die Regierung beim Abbau des strukturellen Defizits und der Schuldenquote, die in den letzten zwei Jahren um mehr als 10 Prozent angestiegen ist. (Projektion für 2013 unter Bezug auf die Mitteilung an Eurostat im Oktober 2013: 54,53 Prozent).

Die amtierende Regierung hat auch für 2014 die Fortsetzung des Konsolidierungsprozesses angekündigt. Zu den 2012 und 2013 eingeführten Maßnahmen sind neue Regelungen hinzugekommen, die vorwiegend auf Erhöhung der Staatseinnahmen abzielen. Zu diesen zählen neu eingeführte bzw. erhöhte Abgaben und Steuern für die Körperschaften, Gewerbetreibenden und Beschäftigten, gleichzeitig aber auch ein Aktionsplan zur Bekämpfung von Steuerbetrug. In diesem Bereich hat die Regierung 2013 sichtbare Erfolge erzielt - an erster Stelle ist hier die eingeführte Quittungslotterie zu nennen und aktiver Einsatz der Finanzpolizei bei der Verfolgung von Steuerbetrug. Darüberhinaus plant die Regierung eine Reform und Effizienzsteigerung der öffentlichen Verwaltung.

2013 war das Wirtschaftswachstum vergleichsweise niedrig – nach vorläufiger Schätzung von Mitte Februar betrug die BIP-Zunahme ggü. dem Vorjahr 0,87 Prozent. Dies wurde ähnlich wie in den Vorjahren zu über 90 Prozent vom Export getragen. Die vorsichtige Schätzung des Wirtschaftswachstums für das laufende Jahr 2014 ist 2,2 Prozent. Die positive Wirtschaftsentwicklung im letzten Quartal spiegelt sich bereits in der Beschäftigungsquote, die nach drei Quartalen des Rückgangs eine geringfügige Zunahme verzeichnet.

(Quelle: Auswärtiges Amt/Wirtschaft)

 

2010

2011

2012

2013*

2014*

Bruttoinlandprodukt (BIP, nom., Mrd. Euro)

69,0

71,1

72,8

75,6

BIP je Einwohner (Euro)

12.100

12.800

13.200

Inflation (in %)

4,1

3,7

1,7

1,6

Arbeitslosigkeit (in %)

13,7

14,0

13,9

13,7

Währung: Euro (EUR) seit 1.1.09

1 Euro = 100 Cent

Kurse (Ankauf) 1 EUR = ? US$

 

 

1,326

 

 

1,392

 

 

1,285

 

 

 

Warenexporte in Mio. Euro

48,8

57,3

63,4

Warenimporte in Mio. Euro

49,1

57,4

60,9

Zuflüsse ausländischer Direktinvestitionen
in Mio. Euro (Bestand 2012: 42.304)

1.336,3

2.511,7

2.199,4

Deutsche Einfuhr (in Mio. EUR)

9,2

10,7

12,1

Deutsche Ausfuhr (in Mio. EUR)

8,7

10,4

10,4

* Prognose bzw. Schätzung

(Quelle: gtai/Wirtschaftsdaten Kompakt November 2013)

 

Die Ausfuhren verteilen sich wie folgt:

Die statistische Arbeitslosigkeit in drei Quartalen 2013 war 14,2 Prozent, die durchschnittliche registrierte Arbeitslosigkeit für das gesamte Jahr betrug 14,1 Prozent mit sinkender Tendenz. Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe 15 bis 34 Jahre beläuft sich seit mehreren Jahren auf über 30  Prozent.

Die Reallöhne nahmen in drei Quartalen 2013 um 1,0 Prozent zu. Der durchschnittliche Verdienst betrug im gleichen Zeitraum 803 EUR brutto monatlich. Die Mitarbeiter in der Energiewirtschaft sowie Informations- und Kommunikationsexperten verdienten im Schnitt das Doppelte. Die Inflationsrate erreichte 2013 nur 1,4 Prozent, was zusammen mit der schrittweise sinkenden Arbeitslosigkeit zu einer leichten Belebung des Inlandsverbrauchs führte. Dieser verzeichnete nach mehreren Jahren des Rückgangs einen Zuwachs von 0,5 Prozent, 2014 soll der Inlandsverbrauch ggü. dem Vorjahr um 0,8 Prozent zulegen.

Die Slowakei hat zum 1. Januar 2009 den Euro eingeführt. Dieser Schritt wird von der Politik und der Öffentlichkeit generell positiv bewertet. Die Gemeinschaftswährung bewährte sich als wirkungsvolles Instrument, um die negativen Effekte der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise zu mindern. Außerdem half sie der Slowakei, ihre Attraktivität unter ausländischen Investoren beizubehalten, die trotz der Krise in der Eurozone die Einführung der Gemeinschaftswährung als einen wichtigen Standortvorteil der Slowakei bewerten.

(Quelle: Auswärtiges Amt/Wirtschaft)

Die Hauptexportpartner sind:

 

Auf Grund der großen Exportabhängigkeit, insbesondere von Deutschland, hängt der ökonomische Erfolg der Slowakei zu einem hohen Maße vom Außenhandel ab. Die teilweise Belebung der wirtschaftlich stärksten EU-Länder brachte neue Aufträge für die slowakische Industrie. Die Automobilindustrie und ihre Zulieferbetriebe sind das Rückgrat des Exports. Dieser wuchs auch 2013. Nach zweistelligen Zuwachsraten aus den Vorjahren lagen jedoch die Zahlen wesentlich niedriger: Der Export legte mit 62,14 Mrd Euro ggü. dem Vorjahr um 9,4 Prozent zu, der Import  mit 58,58 Mrd Euro um 5,1 Prozent. Die Handelsbilanz wies einen positiven Saldo von 3,56 Mrd. EUR aus. Über 60 Prozent ihrer Importe bezieht die Slowakei aus der EU. Der EU-Anteil an ihren Ausfuhren liegt mit über 80 Prozent noch höher. Bedeutendste Handelsgüter sowohl bei Ein- als auch bei Ausfuhren sind Maschinen und Maschinenanlagen, Fahrzeuge, Datenverarbeitungsgeräte, Elektronik, Metallerzeugnisse und chemische Produkte.

Wie in den Vorjahren war auch 2013 Deutschland der wichtigste Handelspartner der Slowakei. Der bilaterale Handelsumsatz betrug im Zeitraum Januar bis November 2013 über 21 Mrd. Euro, die prozentuelle Zunahme gegenüber dem Vorjahr ist jedoch wesentlich niedriger und liegt beim Import im Minusbereich.

Deutschland ist in der Slowakei sowohl mit großen Investoren (Volkswagen, T-Systems, Siemens, Continental, Evonik, RWE u.a.) als auch mit vielen mittelständischen Unternehmen vertreten. Insgesamt sind über 400 deutsche Unternehmen im Land tätig und beschäftigen fast 100.000 Menschen.

(Quelle: Auswärtiges Amt/Wirtschaft)

Einstufung in Länderratings

 

Land
Position 1

Rang Deutschlands

Rang Slowakei

Global Competitiveness Index 2013-2014

 

Schweiz

4

78

Corruption Perceptions Index 2013

 

Neuseeland

12

61

Index of Economic Freedom 2014

 

Hongkong

18

57

Foreign Direct Investment Confidence Index 2013

United States

 

7

nicht in den TOP 25

Doing Business 2013

Singapur

21

49