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Die argentinische Wirtschaft hat zwischen 1998 und 2002 eine 4-jährige Phase tiefer Rezession durchlaufen. Der wirtschaftliche Absturz mit einem BIP-Rückgang von 10,9 % 2002 markierte gleichzeitig die Talsohle. Der darauffolgende Wirtschaftaufschwung führte zu einem Anstieg des BIP in 2003 um 5 %(p). Dieser Zuwachs ging vorwiegend auf die Belebung der Binnennachfrage zurück. Bis 2002 chronisch defizitär, schließt der Staatshaushalt seitdem mit einem Überschuss ab und stellt damit die entscheidende BIP-Komponente dar (2004: 2,6 Prozent des BIP). Auch 2005 kann mit einer Fortsetzung der Wirtschaftsentwicklung gerechnet werden, die zu einem BIP-Zuwachs von ca. 8,8 % Prozent führen sollte.
Mit der Peso-Abwertung gewann die Exportwirtschaft ihre Wettbewerbsfähigkeit wieder zurück, in 2003 stiegen die Warenexporte um 10,5 % gegenüber dem Vorjahr. Der Außenhandel stand 2004 im Zeichen eines kräftigen Importbooms, die Einfuhren erhöhten sich um 61 % auf 22,3 Mrd. US$. Da jedoch der Nachholbedarf an Importgütern immer noch hoch ist, wird sich zum Jahresende der Handelsbilanzüberschuss weiter von 12 (2004) auf voraussichtlich 10 Mrd. US$ verringern.
Argentinische Einfuhren aus der EU (23 % der Gesamteinfuhr) haben in den ersten 4 Monaten des Jahres 2003 um 13 % zugenommen, die argentinischen Exporte in die EU (20 % der Gesamtausfuhr) um 5 %. Europa hat die ausländischen Direktinvestitionen in Argentinien in den letzten fünf Jahren mit 72 % des Netto-Zuflusses angeführt.
Seit Beginn der neunziger Jahre hat der Deutsch-Argentinische Warenaustausch im Schnitt ein Volumen von rund 2,2 Mrd. USD pro Jahr. Die deutschen Importe aus Argentinien werden dominiert von Primärprodukten und landwirtschaftlichen Erzeugnissen, während bei den deutschen Warenlieferungen nach Argentinien traditionell Industrieerzeugnisse, insbesondere Maschinen, Fahrzeuge/Fahrzeugteile und - mit wachsender Bedeutung - pharmazeutische und chemische Erzeugnisse im Vordergrund stehen.
Im internationalen Vergleich ist Deutschland nach Brasilien, Chile und den USA wichtigster Partner im Warenaustausch Argentiniens. Die Importe nach Deutschland betrugen 2004 ca. 1,23 Mrd. US$, die Exporte nach Argentinien 1,16 Mrd. US$. Das sind gegenüber 2003 bei den Importen +14%, bei den deutschen Exporten +83%.
(p) = Prognose
Quellen:
Auswärtiges Amt: Länderinformationen Argentinien, Wirtschaft (Stand: 03/2005)
Bayerische Landesbank: Länderanalyse Argentinien (Stand: 05/2005)
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