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Bulgarien    
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Bulgarien verhandelt seit dem Jahr 2000 mit der EU über seinen Beitritt. Ende 2002 wurde auf dem Kopenhagener Gipfel 2007 als Zieldatum für den bulgarischen EU-Beitritt festgelegt. Außenpolitisch stand das Jahr 2004 ganz im Zeichen des Beitritts zur NATO, der im Mai vollzogen wurde.

In den letzten Jahren hat Bulgarien nicht nur bei der makroökonomischen Stabilisierung, sondern auch bei der wirtschaftlichen Umstrukturierung beachtliche Erfolge erzielt. Die Privatisierung staatlicher Unternehmen wird entschlossen vorangetrieben. Auch wenn einzelne größere Privatisierungen noch auf ihre Vollendung warten, werden mittlerweile rund drei Viertel des BIP im Privatsektor erwirtschaftet. Außerdem haben sich die Rahmenbedingungen für Investoren sowie für kleine und mittlere Unternehmen in den letzten Jahren verbessert. Der Anteil der Landwirtschaft am BIP ist mit rund 11% nach wie vor relativ hoch.

Seit der Überwindung der Wirtschaftskrise von 1996 und 1997 befindet sich das Land konjunkturell im Aufwind. In 2004 beschleunigte sich das Realwachstum des BIP so weit, dass mit 5,6% die höchste Zuwachsrate seit dem Systemwechsel verzeichnet werden konnte.

Mit Hilfe des 1997 eingeführten Currency Boards ist es gelungen, die Inflationsrate von über 1.000% (in 1997) auf 2,3 % im Jahresdurchschnitt 2003 zu reduzieren. Vor dem Hintergrund der lebhaften Binnennachfrage und des hohen Ölpreises nahm 2004 der Preisauftrieb erneut kräftig zu. Die jahresdurchschnittliche Inflationsrate sprang von 2,3% auf 6,1% und verursachte damit eine jähe Unterbrechung des jahrelangen Disinflationsprozesses. Die Landeswährung Lew ist in einem fixen Verhältnis von 1 zu 1,9558 an den Euro gekoppelt.

Kehrseite der lebhaften Binnennachfrage sind kräftig steigende Warenimporte. Die Warenexporte wiesen in 2004 auf Dollarbasis einen hohen Zuwachs von fast 20% auf, der aber mit knapp 21% von den Importen noch übertroffen wurde. Die Exporteure konnten sowohl in einigen EU-Ländern als auch in mehreren mittel- und osteuropäischen Nachbarländern ordentliche Zuwächse erzielen.
Zu den wichtigsten Exportmärkten Bulgariens gehört Italien (14,0%), Deutschland (10,8%) und Griechenland (10,4%). Aus deutscher Sicht stieg der Überschuss im bilateralen Handel mit Bulgarien 2004 auf rund 600 Mio. €.

Die wichtigsten Ausfuhrgüter Bulgariens sind: Chemische Produkte, Nahrungs- und Genussmittel, Rohmetall- und Stahlprodukte, Maschinen und Ausrüstungen, Konsumartikel, Textilprodukte, Elektrizität. Die wichtigsten Einfuhrgüter sind: Rohstoffe, mineralische Produkte und Brennstoffe (insbes. Öl und Gas aus Russland), Maschinen und Ausrüstungen, chemische Erzeugnisse, Konsumgüter.

Leicht zugenommen hat im 2004 mit 2,1 Mrd. € der Zustrom ausländischer Direktinvestitionen. Deutsche Unternehmen gehören seit Jahren zu den größten Direktinvestoren in Bulgarien. Ihr Gesamtanteil seit 1991 beträgt mit über 600 Mio. € rund 11,7 % aller ausländischen Investitionen. Die Annäherung an die EU lässt in den kommenden Jahren eine weitere Zunahme des Kapitalzustroms erwarten.

Quellen:
Auswärtiges Amt: Länderinformationen Bulgarien (Stand: 11/2005)
Bayerische Landesbank: Länderanalyse Bulgarien (Stand: 08/2005)


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