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Seit März 2003 ist Kroatien Mitglied der zentraleuropäischen Freihandelszone (CEFTA). 2003 hat das Land offiziell den Antrag auf EU-Mitgliedschaft gestellt. Der Status eines Beitrittskandidaten wurde Kroatien in Anerkennung der umfangreichen Reformarbeiten ( Umgestaltung das Steuer- und Rentensystems, Entbürokratisierung der öffentlichen Verwaltung) vom Europäischen Rat bereits im Juni 2004 zuerkannt. Der Beitritt könnte 2007 (zusammen mit Rumänien und Bulgarien) erfolgen.
Kroatien ist eine überwiegend privatwirtschaftlich strukturierte Marktwirtschaft, die sich seit 2001 auf einem moderaten Wachstumspfad bewegt. Nach den ersten Konjunktursignalen für 2005 wird er sich jedoch abflachen. Anders als 2004, wird der private Konsum nicht die treibende Kraft des Wirtschaftswachstums sein – 2005 wird er das Wachstum kaum noch stimulieren, nachdem der Einzelhandel in den Monaten Januar/Februar real um 1,2 % zurückgegangen und die realen Löhne und Gehälter um 1,1 % gestiegen sind.
Die Wachstumshoffnungen im laufenden Jahr richten sich somit vor allem auf den Export. Das Expansionstempo, das dieser in den ersten Monaten 2005 an den Tag legte, sollte ausreichen, um 2005 erneut ein gegenüber dem Vorjahr zwar abgeschwächtes, aber dennoch moderates Wirtschaftswachstum von 3,2 % zu generieren.
Die Inflationsrate kletterte in den Monaten Januar bis April dieses Jahres von 1,9 (2004) auf 3,2 %, für 2005 werden sogar 3, 5 % erwartet.
In der verarbeitenden Industrie dominiert die Nahrungsmittelindustrie, gefolgt von der Erdölverarbeitung, der chemischen Industrie, der Herstellung von nichtmetallischen Mineralprodukten, der Herstellung von Metallprodukten, der Verlags- und Druckindustrie, der Textilindustrie sowie der Transportmittelherstellung.
Rund 55 % des Außenhandels wird mit den Staaten der Europäischen Union abgewickelt. Wichtigste Handelspartner sind Italien (23,7 %), Deutschland (14,8 %), Österreich und Slowenien. Wichtigste Exportgüter sind Schiffe, Maschinenbauerzeugnisse, elektrische und elektronische Komponenten sowie Textilien.
Durch den CEFTA-Beitritt ergeben sich für Kroatien verbesserte Exportmöglichkeiten. Die Finanzierung des Leistungsbilanzdefizits erfolgt zu einem Großteil durch ausländische Direktinvestitionen, die vor allem in die Finanz- sowie Tourismusbranche fließen. Auch die zunehmende Privatisierung staatlicher Unternehmen sorgt für Kapitalzuflüsse.
Die Integrationsbestrebungen auf internationaler Ebene haben bereits zu greifbaren Ergebnissen geführt, u.a. durch die Mitgliedschaft des Landes in der NATO-Partnerschaft für den Frieden, die zahlreichen Freihandelsabkommen, das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der EU (mit dem Ziel des EU-Beitritts). Die dringenden Strukturreformen werden zügig angegangen, und der Sanierung der Staatsfinanzen wird hohe Priorität eingeräumt. Damit wird die Basis für ein langfristig stabiles Wachstum geschaffen.
Quellen:
Auswärtiges Amt: Länderinformationen
Kroatien (Stand: 02/2005)
Bayerische Landesbank: Länderanalyse Kroatien (Stand: 06/2005)
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