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Seit dem 1. Mai 2004 ist Ungarn Mitglied der Europäischen Union. Hauptaufgabe der Regierung bleibt die Konsolidierung des Staatshaushalts. Mit einem bis 2008 ausgelegten Konvergenzprogramm versucht Ungarn, sein Budgetdefizit auf unter 3 % zu senken, die Maastrichtkriterien zu erfüllen und 2010 den Euro einzuführen. Die Wirtschaftspolitik der Regierung Medgyessy will den starken Rückgang von Investitionen aus dem Ausland (verursacht durch den weitgehenden Abschluss der Privatisierungen und durch die nach dem EU-Beitritt stärker gewordene Konkurrenz in der Region) überwinden.
Die ungarische Wirtschaft befand sich im Sommer 2004 im achten Jahr auf einem Wachstumspfad. Motor für die Entwicklung der ungarischen Wirtschaft sind die Exporte der hauptsächlich durch Auslandsinvestitionen modernisierten Industrie. Nach Angaben des Statistischen Amtes wuchs das reale BIP im vergangenen Jahr um 4,0 %, für 2005 ist eine Wachstumsrate von rund 3,5 % (p) zu erwarten.
Die Wirtschaftsstruktur Ungarns wird weitgehend von der Industrie bestimmt, und zwar vor allem vom Maschinenbau und der Elektrotechnik/ Elektronik. Zu den Branchen des ungarischen Maschinenbaus, die sich bereits besonders stark in die Wirtschaft Westeuropas integriert haben, gehören in den letzten Jahren die Computerindustrie, die Nachrichtentechnik und der Fahrzeugbau. Die Baustoffindustrie profitiert von lebhafter Hausbautätigkeit und dem Infrastrukturausbau.
Der Außenhandel hat sich im Beitrittsjahr schwungvoll entwickelt. Nach vorläufigen Angaben der Statistikbehörde stiegen die Warenexporte 2004 um 17 %, während die Importe um 14 % zunahmen.
Nach vorübergehend nachlassender ausländischer Investorentätigkeit im Jahre 2002 steigen die Zahlen für 2003 wieder. Deutschland ist mit einem Anteil von fast einem Drittel der Warenexporte Ungarns wichtigster Handelspartner. Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern nimmt seit Jahren zu. 2004 hat sich dabei aus deutscher Sicht das Defizit im bilateralen Handel auf rund 870 Mio. € gegenüber dem Vorjahr in etwa verdoppelt. Die deutschen Importe aus Ungarn bestehen inzwischen zu 72 % aus technologieintensiven Produkten und sind damit ein Indiz für den hohen Entwicklungsstand, den die Exportindustrie des Landes bereits erreicht hat.
(p) = Prognose
Quellen:
Auswärtiges Amt: Länderinformationen
Ungarn (Stand: 06/2004)
Bayerische Landesbank: Länderanalyse
Ungarn (Stand: 10/2005)
iXPOS: Länderinformationen
Ungarn (Zugriff: 07/2005)
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