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Das Wirtschaftssystem in Indonesien ist geprägt von
marktwirtschaftlichen Strukturen mit gewissen staatlichen
Planungselementen. Mit wenigen Ausnahmen steht das
Wirtschaftsleben Privatpersonen und -unternehmen offen. Als
Mitglied von ASEAN nimmt Indonesien an der ASEAN
Freihandelszone (AFTA) teil.
Indonesien hat die Währungs- und Wirtschaftskrise von 1997/98 überwunden. Die gesamt-wirtschaftliche Entwicklung hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Seit 2000 wächst das reale BIP mit jährlichen Zuwachsraten von 3 bis 4,5 %. Gestützt wurde die Konjunktur vor allem vom privaten Konsum und vom Staatsverbrauch, die im ersten Halbjahr 2004 mit 5,4 bzw. 9 % überdurchschnittlich expandierten.
Erfreulich war der Anstieg der Investitionen, die Ende 2003 noch leicht rückläufig waren. Im ersten Halbjahr 2004 legten sie um nicht weniger als 8 % gegenüber dem Vorjahr zu. Der Trend an der Preisfront ist auch positiv. Im Oktober 2004 lag der Preisanstieg bei 6,2 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2004 wird die Teuerung mit 6 % gegenüber dem Vorjahr noch einmal leicht zurückgehen.
Im Außenhandel erwirtschaftet das Land beinahe traditionell kräftige Überschüsse. 2004 schloss die Handelsbilanz mit einem Plus von schätzungsweise 21 Milliarden US-Dollar. Einfuhren von 46,5 Milliarden US-Dollar standen dabei Ausfuhren von über 67 Milliarden US-Dollar gegenüber. Zur Exportentwicklung hat auch die Stabilisierung des Wechselkurses beigetragen. Seit 2001 hat die Rupiah gegenüber dem US-Dollar rund 20 % an Wert gewonnen.
Der bilaterale Warenaustausch zwischen Indonesien und Deutschland hat sich nach der kräftigen 2003er Abschwächung im vergangenen Jahr wieder erholt. In den ersten 8 Monaten 2004 nahmen die deutschen Ausfuhren um nicht weniger als 37 % auf 1,2 Mrd. Euro zu, während die indonesischen Lieferungen in etwa das Niveau des Vorjahres (1,4 Mrd. Euro) erreichten.
Zur Zeit sind rund 250 deutsche Unternehmen in Indonesien vertreten, viele davon mit eigenen Produktionsanlagen. Deutschland ist Indonesiens wichtigster Handelspartner in der Europäischen Union.
Nach Deutschland lieferte Indonesien überwiegend:
- Papier und Papierprodukte,
- Bekleidung und Textilien sowie
- Möbel und Holzwaren.
Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter für Indonesien sind Maschinen und Fahrzeuge, chemische Erzeugnisse und Halbwaren.
Die realisierten deutschen Investitionen in Indonesien seit 1967 belaufen sich auf rund 8,6 Mrd. US$ in über 200 Projekten. 2004 verminderten sich die genehmigten deutschen Investitionen auf 29,8 Mio. USD (2003: 172,2 Mio. USD). Schwerpunkte sind Telekommunikation, Chemie/Pharma, Energie und Maschinen- und Anlagenbau.
Die makroökonomische Stabilisierung und die
Standortverbesserung bleiben auch die wichtigsten Ziele der
Regierung. Um international Vertrauen zu gewinnen,
beabsichtigt die Regierung, das Haushaltsdefizit weiter zu
reduzieren. Durch die Verbreiterung der Steuerbasis und
verstärkte Privatisierungsanstrengungen soll bis 2006 der
Staatshaushalt ausgeglichen sein. Die inzwischen verbesserten
Rahmenbedingungen sprechen in Verbindung mit der
weltwirtschaftlichen Belebung für mittelfristig günstigere
Wachstumsperspektiven. 2004 und 2005 ist ein realer
BIP-Zuwachs von 4,5 bis 5 % durchaus realisierbar.
(s)=Schätzung
Quellen:
Auswärtiges Amt: Länderinformationen
Indonesien (Stand: 07/2005)
Bayerische Landesbank: Länderanalyse
Indonesien(Stand: 12/2005)
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