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Am 11. Mai 2003 stimmte die Bevölkerung Litauens mit einer
Mehrheit von rund 90 % der abgegebenen Stimmen für den
EU-Beitritt. Damit konnte Litauen am 1. Mai 2004 EU-Mitglied
werden. Die Europäische Kommission bescheinigte Litauen im
November 2003 nach Slowenien den besten Vorbereitungsstand
aller Beitrittsländer. Im April 2004 wurde Litauen in
die NATO aufgenommen. Weiterhin bestehen bilaterale
Freihandelsabkommen mit der EFTA sowie den baltischen Staaten.
Seit Frühjahr 2001 ist Litauen Mitglied der
Welthandelsorganisation (WTO).
Die konjunkturelle Schlagzahl war in den letzten Jahren sehr hoch. Mit einem Rekordwachstum des BIP von 9,7 % platzierte sich Litauen 2003 europaweit an der Spitze. In den ersten drei Quartalen 2004 wurde jedoch – nach dem äußerst stürmischen Vorjahr – eine leichte Konjunkturberuhigung verzeichnet. In diesem Zeitraum wuchs das BIP im Vorjahresvergleich um durchschnittlich 6,8 %.
Zur Eindämmung der Inflation beigetragen hat in den letzten Jahren vor allem das 1994 eingeführte Currency Board. Dieses bindet die Landeswährung Litas im Verhältnis 3,453 LIT / EUR an den Euro (zuvor bis 2002 an den US-Dollar) und begrenzt das Geldmengenwachstum auf die Höhe der Devisenzuflüsse.
In den ersten drei Quartalen 2004 wuchsen die Warenimporte gegenüber dem Vorjahr um 12,6 %. Die Warenexporte nahmen dagegen nur um 10,2 % zu. Damit erreichte das Handelsbilanzdefizit bis Ende September 1,2 Mrd. €. Zum gleichen Vorjahreszeitpunkt hatte es dagegen noch 960 Mio. € betragen.
Wichtigster nationaler Exportabnehmer ist mit rund 13,4 % Großbritannien. Deutschland liegt mit einem Anteil von 10,4 % an den litauischen Warenausfuhren nach Russland (12,2 %) an dritter Stelle. Deutschlands Überschuss im bilateralen Handel mit Litauen hat seine ansteigende Tendenz im Jahresverlauf 2003 beibehalten. Wichtigste Exportgüter Litauens sind mineralische Produkte, Fahrzeuge, Transportmittel und Textilien.
Litauen befindet sich in den letzten Jahren nicht nur gegenüber seinen baltischen Nachbarn auf der Überholspur, sondern weist eine der höchsten Wachstumsraten in Europa auf.
Trotz der hohen Wachstumsdynamik sind die Preise stabil. Die Bruttoanlageinvestitionen werden insbesondere durch den hohen Investitionsbedarf im Rahmen der wirtschaftlichen Integration in den europäischen Binnenmarkt angeheizt. Im Jahr 2004 flossen gleichzeitig ausländische Direktinvestitionen in Höhe von 623 Mio. Euro nach Litauen, nahezu drei Mal so viel wie im Vorjahreszeitraum (289%). Bevorzugte Zielbranchen für ausländisches Kapital sind Handel, Transport, Finanzdienstleistungen und die verarbeitende Industrie.
Quellen:
Bayerische Landesbank: Länderanalyse Litauen (Stand: 12/2005)
Auswärtiges Amt: Länderinformationen Litauen
(Stand: 04/2003)
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