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Am 8. Juni 2003 stimmten die Polen mit einer Mehrheit von 77,5 % (Wahlbeteiligung: 58,8 %) für den EU-Beitritt des Landes, so dass Polen am 1. Mai 2004 EU-Mitglied wurde. Damit hat das Land sein wohl wichtigstes außenpolitisches Ziel erreicht.

Konjunkturell verlief das Beitrittsjahr 2004 erfreulich. Das reale BIP erreichte mit 5,4 % die höchste Zuwachsrate seit 1997. Zurückzuführen ist dies nicht zuletzt auf die Erholung der Bruttoanlageinvestitionen, die nach jahrelangem Rückgang 2004 um 5,1 % zulegten. Neben den Investitionen trug vor allem der Export kräftig zum Wirtschaftswachstum bei. Der Zuwachs des Privatverbrauchs war 2004 mit 3,2 % in etwa so hoch wie im Vorjahr.

In der Industrie haben neben Lebensmittel-Erzeugung und Energieversorgung nach wie vor Bergbau und Hüttenindustrie eine sehr starke Stellung, gefolgt von Maschinen und elektrischen Geräten, Fahrzeugen sowie Textilien und Bekleidung. Der Anteil des Tertiärsektors am BIP beträgt fast 66 %, des Sekundärsektors 31,2 % und des Primärsektors 2,9 %.

Der Außenhandel erhielt 2004 durch den EU-Beitritt des Landes zusätzlichen Schub. So stiegen die Warenexporte in Euro gerechnet um rund 22 %. Die Warenimporte nahmen mit 19 % etwas weniger kräftig zu. Dadurch verringerte sich das Handelsbilanzdefizit um rund 500 Mio. € auf 4,5 Mrd. €.

Die polnische Außenwirtschaft ist in hohem Maße auf die EU ausgerichtet, die rund drei Viertel der polnischen Exporte aufnimmt. Deutschland ist mit einem Exportanteil von 30 % Polens wichtigster Handelspartner. Der deutsche Überschuss im bilateralen Handel beider Länder nahm 2004 angesichts eines spürbaren Anstiegs der Ausfuhren nach Polen auf rund 2,9 Mrd. € zu.

Quellen:
Auswärtiges Amt: Länderinformationen Polen (Stand: 10/2005)
Bayerische Landesbank: Länderanalyse Polen (Stand: 05/2005)


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