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Rumänien    
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Das vorrangige außenpolitische Ziel Rumäniens sind die Aufnahme in die Europäische Union. Als Zieldatum für den Beitritt zur EU strebt Rumänien 2007 an. Rumänien ist Mitglied von NATO, WTO (Welthandelsorganisation), Weltbank, IWF (Internationaler Währungsfonds) und CEFTA (Central European Free Trade Agreement).

Seit 2000 befindet sich die Wirtschaft auf Expansionskurs. Nach einem Realwachstum von 4,9 % im Jahr 2003 steuert das BIP 2004 nach bisher vorliegenden Zahlen auf einen neuen Wachstumsrekord zu. In den ersten drei Quartalen 2004 konnte gegenüber dem Vorjahr ein BIP-Zuwachs von 8,1 % verbucht werden. Angetrieben wurde das Wachstum dabei von der starken Binnennachfrage. So expandierte der Privatverbrauch vor dem Hintergrund höherer Reallöhne und einer kräftigen Ausweitung der Kreditvergabe in diesem Zeitraum um 9,8 %. Die einst sehr hohe Inflation konnte in den letzten Jahren Schritt für Schritt eingedämmt werden. 2005 dürfte sich der Inflationsrückgang mit nahezu gleichem Tempo fortsetzten und eine Teuerung von rund 9 % (p) erreicht werden.

Traditionell dominierende Industriezweige sind die Bereiche Textilien und Bekleidung, Maschinenbau, Ölindustrie, Metallurgie, Chemie, Holzverarbeitung sowie die Nahrungsmittelindustrie. Zunehmend wächst die Bedeutung Rumäniens als Standort für Kfz-Zulieferer. Künftig werden solche Sektoren weiter zu entwickeln sein, in denen Rumänien besonders wettbewerbsfähig sein kann. Hierzu zählen insbesondere leichtere industrielle Konsumgüter (Nahrungsmittelproduktion und -verarbeitung, Textilien und Bekleidung, Schuhe und sonstige Lederwaren).

Das außenwirtschaftliche Ungleichgewicht hat sich in den letzten Jahren vergrößert. Auslöser ist vor allem die kräftige Binnennachfrage, die sich in einer Beschleunigung des Importwachstums niederschlägt. In den ersten neun Monten 2004 stiegen die Warenimporte gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um rund 23 %. Die Warenexporte nahmen dagegen um 20,7 % zu. Das Handelsbilanzdefizit belief sich Ende September 2004 auf rund 3,3 Mrd. € und war damit genau 1 Mrd. € höher als zur gleichen Vorjahreszeit.

Deutschland ist nach Italien zweitwichtigster Handelspartner Rumäniens. Etwa 15 % des rumänischen Außenhandels werden mit Deutschland abgewickelt. Das bilaterale Handelsvolumen stieg 2004 im Vergleich zu 2003 um 21,2 % auf 7,5 Mrd. Euro. Deutschland exportierte 2004 Waren im Wert von rd. 4,4 Mrd. Euro, vor allem Fahrzeuge und Maschinen sowie Vorerzeugnisse. Die rumänischen Exporte nach Deutschland, vorwiegend Fertigerzeugnisse, insbesondere Textilien und Bekleidung aus Lohnveredlung, sowie elektrotechnische Produkte hatten 2004 einen Wert von rund 3,1 Mrd. Euro.

Der Zustrom ausländischer Direktinvestitionen war allein in den ersten neun Monaten 2004 mit mehr als 1,6 Mrd. € stärker als im Gesamtjahr 2003. Die zu erwartenden Kapitalzuflüsse im Zuge des Verkaufs weiteren Staatsbetriebe machen bis zum Jahresende einen Anstieg auf rund 3 Mrd. € (p) wahrscheinlich.
Die deutschen Direktinvestitionen beliefen sich für den Zeitraum 1991 bis 2004 auf rund 799 Mio. €, was rund 8 % des gesamten ausländischen Investitionskapitals entspricht. Bei den Investitionen in Rumänien nimmt Deutschland den vierten Rang ein.

Die Landeswährung Leu orientierte sich bisher innerhalb eines Managed-floating-Systems hauptsächlich am US-Dollar. Am 3. März 2003 löste der Euro im Hinblick auf einen späteren EU-Beitritt den Dollar als Referenzwährung ab.

(p) = Prognose

Quellen:
Bayerische Landesbank: Länderanalyse Rumänien (Stand: 09/2005)
Auswärtiges Amt: Länderinformationen Rumänien (Stand: 10/2005)


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