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Mit einem BIP pro Kopf von gut 2.500 Dollar (2004) zählt das Königreich trotz beachtlicher Fortschritte und anhaltender wirtschaftlicher Expansion zu den noch unterentwickelten Volkwirtschaften. Der hohe Stellenwert des Agrarsektors, der rund 10 % zur BIP-Entstehung beiträgt und 40 % der Erwerbstätigen beschäftigt, ist ein typisches Strukturmerkmal für ein Entwicklungsland. Die erfolgreiche Diversifizierung der Exporte in Richtung Industrieerzeugnisse (vor allem Maschinen) sowie der Strukturwandel hin zu Veredelungsindustrien, technologieintensiven Bereichen und Dienstleistungen, der von der Regierungspolitik aktiv unterstützt wird, lässt gleichwohl beachtliche Entwicklungsfortschritte erkennen.
Trotz der Tsunami-Katastrophe (zum Jahreswechsel 2004/2005) befindet sich die Wirtschaft auf Expansionskurs. Nachdem das reale BIP 2004 um 6,1 % zunahm, sind iin 2005 kaum mehr als 4% zu erwarten. Ein Blick auf die Entstehung des BIP zeigt, dass vor allem die Entwicklung in der Landwirtschaft – hier waren die Folgen des Tsunami unübersehbar – mit einem Produktionsrückgang von 5,4 % im ersten Halbjahr schwach verlief. Die Industrie und der Dienstleistungssektor konnten jeweils um 5 % expandieren.
Der Zinsanstieg und die schwächere Exportdynamik haben die Konjunktur deutlich geschwächt. So stand bereits im ersten Halbjahr ein für thailändische Verhältnisse eher bescheidener BIP-Zuwachs von 3,9 % zu Buche. Die Wachstumsimpulse kamen fast ausschließlich von der Inlandsnachfrage, die wiederum von umfangreichen Konjunkturprogrammen der Regierung profitierte.
Die Arbeitslosigkeit bleibt weiterhin mit einer Arbeitslosenquote von rund 2 % auf einem niedrigen Niveau. Der Preisauftrieb hat sich, getrieben durch den starken Ölpreisanstieg, spürbar beschleunigt. Nach einer Teuerungsrate von 2,7 % (2004) muss 2005 im Jahresdurchschnitt mit einem Anstieg auf deutlich über 4 % gerechnet werden.
Im laufenden Jahr hat sich der Expansionstrend im Außenhandel fortgesetzt. Die Exporte (auf Dollarbasis) übertrafen in den ersten 8 Monaten ihr Vorjahresniveau um 15,5 %, die Importe konnten zeitgleich mit +29,8 % fast doppelt so stark zulegen. Allerdings sind diese kräftigen Zuwächse überwiegend das Resultat gestiegener Preise. Aufgrund der unterschiedlichen Dynamik bei Ein- und Ausfuhren wird die Handelsbilanz 2005 erstmals wieder seit 1997 in die roten Zahlen geraten.
Hauptabnehmer thailändischer Produkte sind die USA, China und Malaysia. Thailand importiert rund 40 % aller Waren aus Japan und den ASEAN-Staaten. Gut 10 % der Importe kommen aus der EU, die die USA als zweitwichtigste Herkunftsregion abgelöst hat. Deutschland ist innerhalb der EU der wichtigste Handelspartner.
Thailand ist aktives Mitglied des ASEM-Prozesses sowie einer Reihe regionaler (Wirtschafts)organisationen wie ASEAN, der regionalen Freihandelszone AFTA und APEC. Thailand hat sich zum Vorreiter einer möglichst zügigen Verwirklichung des AFTA-Ziels, einer großen Freihandelszone bis 2005, gemacht. Thailand sieht sich wegen seiner Stabilität, wirtschaftlichen Kompetenz und geographischen Lage in einer Führungsrolle bei der Stärkung der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN.
Quellen:
Auswärtiges Amt: Länderinformationen Thailand (Stand: 09/2003)
Bayerische Landesbank: Länderanalyse Thailand (Stand: 10/2005)
iXPOS: Länderinformationen Thailand (Zugriff: 07/2005)
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