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Auf dem Weltmarkt für Energie nehmen die VAE eine bedeutende Stellung ein, da sie 10 % der nachgewiesenen Welt-Erdölreserven sowie 4 Prozent der Welt-Erdgasvorkommen besitzen. Allein im Erdölsektor wird knapp ein Drittel des BIP erwirtschaftet. Die Einnahmen aus dem Erdölsektor werden auch in den kommenden Jahren die Hauptstütze der Wirtschaft bleiben.
Die VAE sind mit einem BIP pro Kopf von rund 25.050 Dollar (2005) nach Katar das “wohlhabendste“ Land im Nahen und Mittleren Osten. Allerdings gibt es zwischen den einzelnen Emiraten beträchtliche Unterschiede in der wirtschaftlichen Entwicklung.
Nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich dominiert Abu Dhabi, das 80 % der Fläche der VAE einnimmt und nahezu allein über die immensen Erdöl- und -gasreserven verfügt. Abu Dhabi steuert rund 60 % zum gemeinsamen BIP bei und generiert 90 % der Staatseinnahmen. Trotz der nach wie vor bestehenden Abhängigkeit vom Öl sind in den vergangenen Jahren im Vergleich zu anderen Staaten des Golf-Kooperationsrates beachtliche Diversifizierungsfortschritte gemacht worden.
Durch eine umsichtige und marktorientierte Wirtschaftspolitik sind die Emirate auf dem besten Weg, ihre Attraktivität für ausländische Investoren weiter zu erhöhen. Dies geschieht vor allem durch die Liberalisierung der Wirtschaft in den Bereichen Hochtechnologie und Tourismus sowie in anderen Dienstleistungssparten. Eine Quote von 25 % des BIP verdeutlicht die rege Investitionstätigkeit in den VAE.
Mit der Gründung der Zollunion des Golf-Kooperationsrates ist man dem Ziel eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes näher gerückt. Bis 2010 soll eine Währungsunion
realisiert werden. Zudem wird über eine Zollunion mit der EU verhandelt. Der Warenverkehr mit dem Ausland (die Export- und Importquoten am BIP liegen deutlich über 50 %) spielt eine nach wie vor dominierende Rolle. 2004 konnten die Exporte ölpreisbedingt um jeweils mehr als 20 % gesteigert werden, 2005 dürfte beim Export erstmals die Schwelle von 100 Mrd. Dollar überschritten werden. Da die Importe, zudem bei einer niedrigeren Ausgangsbasis, etwas weniger stark expandierten, hat sich der Überschuss in der traditionell aktiven Handelsbilanz spürbar erhöht – auf 21,2 Mrd.
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sind Deutschlands wichtigster arabischer Wirtschaftspartner. Deutsche Exporte von 3,55 Mrd. EUR machten 2004 erneut zu einem Erfolgsjahr. Der Außenhandel mit VAE wurde durch den starken Euro offenbar nur unwesentlich gebremst und liegt im Trend der deutschen Gesamtexporte.
Für die deutsche Außenwirtschaft ist die Bedeutung der VAE (Platz 36 in der Exportstatistik) vergleichbar mit Hongkong oder Singapur. Deutschland hat einen Marktanteil von 7,4 % am VAE-Importmarkt und liegt somit vor Japan und Großbritannien.
Quellen:
Bayerische Landesbank: Länderanalyse VAE (Stand: 12/2005)
Auswärtiges Amt: Länderinformationen VAE (Stand: 01/2004)
AHK: VAE
(Zugriff: 01/2006)
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